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Vom größten Café-Drama zur neuen Leidenschaft: Unsere Reise zum perfekten Kaffee

5. Sept.
4 Min. Lesezeit

Als wir unsere Café-Konditorei geplant haben, gab es schon lange vor der Eröffnung viele Fragen, Entscheidungen und Sorgen. Eine davon hat uns besonders beschäftigt: der Kaffee.


Welche Kaffeemaschine sollten wir kaufen? Können wir uns überhaupt eine moderne und hochwertige Siebträgermaschine leisten? Welche Kaffeebohnen passen zu uns? Und vor allem:


Werden wir und unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter überhaupt guten Kaffee machen können?


Heute können wir darüber schmunzeln. Damals war es allerdings eines unserer größten Dramen.


Unsere Kaffeemaschine kam – und wir hatten keine Ahnung


Große Espressomaschine „classe 5“ mit weißen Tassen oben, zwei Siebträgern und leuchtenden Displays in ruhiger Café-Atmosphäre.
Moderne Espressomaschine im Café Konditorei Marmalad, mit zahlreichen Tassen bereit für die nächste Kaffeezubereitung.

Ich persönlich hatte etwa sieben Jahre zuvor während meines Studiums kurz in einem Café gearbeitet und dort bereits mit einer Siebträgermaschine Kaffee zubereitet. Allerdings hatte mir damals niemand wirklich erklärt, wie eine Kaffeemaschine richtig eingestellt wird, wie man einen perfekten Espresso zubereitet oder wie richtig aufgeschäumte Milch aussehen sollte. Von Latte Art ganz zu schweigen.


Unsere neue Kaffeemaschine wurde erst eine Woche vor der Eröffnung montiert und die Kaffeebohnen eingestellt.


Stellt euch vor, wie viel Stress das für uns war.


Unser ursprünglicher Plan war eigentlich, uns zunächst selbst mithilfe von YouTube-Videos alles beizubringen und anschließend unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu schulen. Aber die Zeit war plötzlich viel zu knapp.


Also haben wir alle verfügbaren Tutorials an unser Team weitergeleitet, Links verschickt und angefangen, gemeinsam zu üben.


Drei Tage lang.


Wir haben Espresso gemacht, Milch aufgeschäumt, Kaffee probiert und immer wieder von vorne angefangen.


Am Tag unserer Eröffnung waren wir vielleicht zu 40 Prozent bereit.


Aber immerhin: Wir waren bereit genug, um zu starten. Das wussten wir natürlich zu der Zeit nicht und am Tag davor haben wir kaum geschlafen.


Die größte Überraschung kam von unserem Team


Ein paar Wochen später fand ich einen Barista-Onlinekurs, der sehr gut, aber gleichzeitig auch preisgünstig war. Ich habe den Kurs zunächst selbst gemacht und anschließend die Inhalte an unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter weitergegeben und ihnen Zugang dazu bereitgestellt.


Und ehrlich gesagt: Ich hatte nicht erwartet, was dann passieren würde.


Unsere Kolleginnen und Kollegen haben sich nicht nur hingesetzt und gelernt, wie man Milch richtig aufschäumt oder einen Espresso zubereitet.


Sie haben sich inspirieren lassen.


Zwei Cappuccino in gemütlichem Café, einer mit Kakao, daneben Tafeln: Erster Versuch und Übung macht den Meister.
Vom ersten Versuch zur Perfektion: Die Fortschritte eines Kaffeeliebhabers nach Monaten der Übung.

Plötzlich ging es nicht mehr nur darum, einen Cappuccino mit gutem Milchschaum zu servieren. Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter fingen an, mit dem Kaffee zu zeichnen und Latte Art zu üben.


Und genau das war für uns eine der größten Überraschungen.


Was ursprünglich unsere größte Sorge war, entwickelte sich langsam zu einer echten Leidenschaft – nicht nur für uns, sondern für das ganze Team.







Ein Café eröffnen – mit einem Baby in der Trage


Und als wäre die Eröffnung eines Cafés allein nicht schon aufregend genug, gab es bei mir persönlich noch eine ganz besondere Situation.


Mein Sohn wurde am 26. März 2025 geboren.


Unsere Café-Konditorei eröffnete am 15. April 2025.


Ja, genau: Nur wenige Wochen nach seiner Geburt.


Am Tag der Eröffnung und auch in den Monaten danach war ich regelmäßig selbst im Café und habe meiner Eltern geholfen und an der Kaffeemaschine gearbeitet. Meinen Sohn hatte ich dabei oft in der Trage.


Und er mochte das Geräusch der Kaffeemaschine tatsächlich sehr.


Natürlich war es eine Herausforderung. Ein neues Café, ein neugeborenes Baby, ein neues Team, unzählige Entscheidungen und gleichzeitig die Verantwortung dafür, dass alles funktioniert. Man muss aber an der Stelle sagen, wenn die Familie zusammenhält, ist alles machbar.


Es war auch unglaublich schön, zu sehen, wie etwas entsteht. Wie aus einer Idee ein echter Ort wird. Wie Menschen zusammenkommen, arbeiten, lernen und sich weiterentwickeln.


Und wie ein Traum langsam Wirklichkeit wird.



Wir haben nicht den einfachsten Weg gewählt


Heute sind wir besonders stolz darauf, dass wir uns nicht für den einfachsten Weg entschieden haben.


Natürlich wäre ein Vollautomat einfacher gewesen. Vielleicht wäre auch eine Maschine mit automatischem Milchaufschäumen unkomplizierter gewesen.


Aber wir wollten mehr.


Wir wollten lernen. Wir wollten verstehen, was wir tun. Und wir wollten, dass Kaffee bei uns nicht einfach nur ein Getränk ist, das auf Knopfdruck entsteht.


Natürlich bedeutet eine Siebträgermaschine mehr Aufwand. Sie muss richtig eingestellt, gepflegt und gereinigt werden. Die Bohnen, der Mahlgrad und viele weitere Faktoren spielen eine Rolle. Und auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter müssen lernen, üben und Erfahrung sammeln.


Aber genau darin liegt für uns heute der Reiz.


Unsere größte Angst rund um den Kaffee ist am Ende zu einer neuen Leidenschaft geworden.


Und wir sind stolz auf unsere Kolleginnen und Kollegen – darauf, wie viel sie gelernt haben, wie viel Eigeninitiative sie gezeigt haben und wie sie aus einer anfänglichen Unsicherheit etwas Kreatives gemacht haben.


Aber wir sind auch ein bisschen stolz auf uns selbst.


Darauf, dass wir den schwierigeren Weg gewählt haben.


Darauf, dass wir nicht perfekt gestartet sind.


Und darauf, dass wir trotz fehlender Erfahrung einfach angefangen haben.


Denn manchmal muss man nicht zu 100 Prozent bereit sein, um etwas Großes zu beginnen.


Manchmal reichen 40 Prozent – und der Wille, jeden Tag die restlichen 60 Prozent dazuzulernen.


Unser Barista-Kurs


Falls ihr selbst gerade ein Café eröffnet, mit einer Siebträgermaschine arbeitet oder einfach besseren Kaffee lernen möchtet: Ich kann euch gerne den Barista-Kurs weiterempfehlen, den wir damals gefunden haben.


Der Kurs ist preislich sehr erschwinglich, allerdings auf Englisch. Er behandelt unter anderem:


- die Einstellung und Grundlagen der Kaffeemaschine

- Reinigung und Pflege

- Kaffeebohnen und Brühmethoden

- die Zubereitung klassischer Kaffeespezialitäten

- das richtige Aufschäumen von Milch

- Grundlagen und Übungen für Latte Art


Wenn ihr Interesse habt, schreibt uns gerne ein Kommentar– dann schicken wir euch den Link zum Kurs.


Und vielleicht wird aus eurer größten Sorge rund um den Kaffee am Ende ebenfalls eine neue Leidenschaft.



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